Vorab muss ich euch leider darauf hinweisen, dass ich es trotz allerlei Anstrengungen bis jetzt nicht geschafft habe, eine Erlaubnis für die Verwendung der original Szenenfotos aus der Serie zu bekommen. Dies erschwert natürlich die Abhandlung des Berichtes und ich muss darauf hoffen, dass ihr aus meinen Erzählungen genügend Informationen bekommt, um euch die Drehorte vorzustellen. Wer das Glück hat, sich die Folgen anzusehen, wird die Drehorte aber mit Sicherheit wieder erkennen.

 

Hallo liebe Günter-Fans,


2006 war für mich ein sehr ereignisreiches Jahr und so ist es auch nicht verwunderlich, dass ich noch einmal nach Darmstadt gereist war. Ich wollte hier und in der näheren Umgebung nach den Originaldrehorten der "Hessischen Geschichten" suchen.
Deshalb gingen auch dieser Reise bereits etliche Recherchen und Planungen voraus, denn die Zeit einer solchen Fanreise muß ja auch ordentlich genutzt werden - kostet ja schließlich Geld. So ging es am Freitag, den 8. September, direkt nach Arbeitschluss los. In Darmstadt angekommen und im Hotel eingecheckt fuhr ich gleich ins Stadtzentrum, um bereits die ersten Fotos zu machen, doch die ganzen Biergärten mit ihren aufgespannten Schirmen verstellten mir die Motive, so dass ich die Fotosession abbrach und mich lieber zum befreundeten Videoclub aufmachte. Abends bin ich dann todmüde in mein Hotelbett gefallen - was ich noch nicht wußte, der nächste Tag sollte eine Menge Kraft kosten.
 
Samstag früh um 7 klingelte mein Wecker und ich sprang schnell unter die Dusche, dann ab zum Frühstück und wieder ins Zimmer, meinen Rucksack packen. Ich hatte mir in den Wochen vor der Reise ausgiebig alle Folgen der Hessischen Geschichten angesehen und Bilder von den Drehorten gemacht, die ich nun in ausgedruckter Form mitgebracht hatte. Anhand dieser Vorlage wollte ich also losziehen, die Drehorte nach so vielen Jahren wieder zu finden. Mit vollem Tatendrang eilte ich zu meinem Auto und ab ging es durch den Odenwald von Darmstadt nach Michelstadt und Erbach. Mein Plan bestand eigentlich darin, dass ich mir in Michelstadt einen Parkplatz suchen und alles fotografieren wollte und dann nach Erbach weiter fahren, um das selbe dort zu wiederholen, aber wie das in einer fremden Stadt so ist, bin ich vor lauter Aufregung in Michelstadt an allen Parkplätzen vorbei gefahren. Ich beschloß also, gleich nach Erbach zu fahren und dort mit meiner Tour anzufangen. Habe zum Glück auch gleich einen kostenlosen Parkplatz in der Nähe des Stadtkerns ergattert. Noch mal schnell gescheckt, ob alles notwendige im Rucksack ist - Fotoapparat, die Bilder der Drehorte, Handy, Geldbörse und was zu trinken - eins fehlte, ein Stadtplan! Zum Glück war eine Tankstelle nicht weit entfernt und ich holte mir einen Plan. Beim Betrachten der Wegstrecke zwischen Michelstadt und Erbach entschied ich mich spontan das Auto stehen zu lassen und die ganze Strecke zu laufen. Ich zog also punkt 9 Uhr erst mal zum Erbacher Marktplatz los.
 
Die Orangerie, dahinter das Erbacher Schloß und die Stadtkirche

Vorbei an der Orangerie und dem Bach Mümling, der sich durch die beiden Orte schlängelt, kam ich auf den Marktplatz vor dem Erbacher Schloss. Der Marktplatz ist gesäumt von zahlreichen Fachwerkhäusern und über allem thront der Turm der Stadtkirche. Allein dieser Platz wurde in den Hessischen Geschichten mehrere Male als Kulisse benutzt. Ich will hier nur die Wichtigsten aufzählen und auch nur die Drehorte erwähnen, die man ohne Problem wiedererkennen kann.
 

Fangen wir zuerst mit der längsten Folge an "Der Schatz vom Baggersee":

Günter spielt in dieser Episode einen Mann der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und nun in seine Heimatstadt zurück kehrt. Gleich zu Anfang sieht man ihn, wie er auf einem Friedhof steht. Leider weiß ich momentan noch nicht, wo dies gedreht wurde. Dann sieht man ihn, wie er in ein Schaufenster blickt. Im Spiegelbild ist eindeutig das Rathaus von Michelstadt erkennbar - da ich die Bilder von Michelstadt erst später im Bericht habe, sei dies nur vorab erwähnt.
Der Weg führt Günter weiter nach Erbach. Hier sieht man ihn, wie er direkt neben dem Bach unter den Arkaden eines Hauses hervorkommt.
Dann bleibt er kurz auf einer Brücke stehen, die Kamera schwenkt dabei auf das Haus hinter ihm, welches früher mal Rathaus war und heute ein Touristik-Zentrum beherbergt. Der Schwenk der Kamera geht weiter auf den Marktplatz und das Erbacher Schloss.
Günter überquert dann die Straße und geht in ein Gasthaus, welches in der Serie den Namen "Rote Taube" trägt. Dieses Gebäude steht direkt gegenüber den Arkaden und ist in Wirklichkeit eine alte Brauerei, die noch heute als Gaststube betrieben wird.
Zum Ende der Folge sehen wir Günter dann, wie er über den Erbacher Marktplatz geht, im Hintergrund sind einmal die vielen Fachwerkhäuser zu sehen und ...
... dann auf der anderen Seite die Stadtkirche und davor das alte Rathaus.
Als er sich dann zum Fenster eines heranfahrenden Autos herab beugt, sieht man im Hintergrund die Statue des Reichsgrafen Franz des I. zu Erbach-Erbach und dahinter teilweise das Erbacher Schloss.



In der Folge "Die Wildsau" wurde ebenfalls die Brauerei und die Arkaden benutzt.
Günter und sein Schauspielpartner kommen dabei direkt aus dem Brauereigebäude, im Hintergrund ist ein Teil der Erbacher Stadtkirche (ganz links) zu sehen und der Eingang zu den Arkaden (Mitte, hinter dem Auto). Als die Kamera dann rauszoomt, kann man die Kirche komplett sehen.



Zu Beginn der Folge "Da lachen ja die Hühner" fährt Günter auf einem Traktor eine Straße mit vielen Fachwerkhäusern entlang. Der einzige Anhaltspunkt für mich war der Wasserhahn eines Brunnens, den man im Vordergrund sieht, und tatsächlich habe ich ihn gefunden. Der Brunnen steht im Städtel gleich neben der Erbacher Stadtkirche.



In der Folge "Sicher ist sicher" geht Günter mit einem Bankräuber in ein Sparkassengebäude, dabei erhält man einen kurzen Blick auf das Erbacher Schloss. Leider habe ich das Serienmotiv nicht nachbilden können, da mir ein riesiger Baum den Blick auf das Schloss versperrt hatte. In dieser Folge wird auch von der Goethe- und Schillerstraße gesprochen, beide gibt es wirklich in Erbach.



Nachdem ich in Erbach schon so fündig geworden war, machte ich mich frohen Mutes auf den Weg nach Michelstadt. Als ich auf den Lindenplatz kam, wäre ich beinahe an dem nächsten Drehort vorbei gelaufen.
 


In der Folge "Reine Geschmackssache" sieht man, wie eine Frau durch die Stadt bummelt und sich die Schaufenster der Geschäfte ansieht. Dabei kann man neben einem Geschäftsschild auch einen Teil der Michelstädter Kirche sehen.
Die Frau überquert dann die Straße und geht in ein Geschäft, welches "Mode-Scheune" heißt. Günter spielt hier einen Verkäufer. Als die beiden das Modegeschäft am Ende der Episode zusammen verlassen, kann man auch hier ein Schild sehen. Diese gibt es ebenfalls heute noch.
Auch der Innenraum der Modescheune, speziell die Verkaustheke, sieht noch genauso aus wie zu Zeiten der Dreharbeiten. Leider stand das Haus bei meinem Besuch leer und war zum Verkauf angeboten.



Das alte Rathaus von hinten und vorne Der Marktplatz mit Fachwerkhäusern Marktbrunnen

Dann ging es die Straße hinunter zum Marktplatz von Michelstadt. Hier gibt es wieder zahlreiche Fachwerkhäuser zu bestaunen, doch am eindruckvollsten ist das alte Rathaus, welches auf Holzstelzen gebaut ist. Sieht schon ziehmlich cool aus und ist ein weltbekanntes Motiv, welches sogar schon eine Briefmarke geziert hat. So verwundert es auch nicht, dass es häufig in den Hessischen Geschichten auftaucht.
 
Übrigens hat Günter in seiner Kindheit einige Jahre in Michelstadt gelebt.
 


In der Folge "Auf immer und ewig" spielt Günter einen Bürgermeister. Als er mit dem Auto wegfährt, kommt er aus der Tor des Löwenhofes ...
... und man sieht ihn dann über den Marktplatz fahren, vorbei an dem alten Rathaus. Im Vordergrund ist jeweils ein Teil des Marktbrunnens zu sehen



In der Folge "Die Leiche war der Mörder" spielt Günter einen Polizisten, der von der Sekretärin des Bürgermeisters ins Rathaus geholt wird. Als Rathaus wird wieder der Löwenhof benutzt.
Die Gasse aus der Günter und die Schauspielerin kommen liegt gleich neben dem Löwenhof und dem alten Rathaus.
Zum Ende der Folge wird Günter als Polizist vom Bürgermeister geehrt und alle begeben sich auf einen Balkon, der ebenfalls zum Löwenhof gehört.



Schloss Fürstenau

Als ich nun auch den Stadtkern von Michelstadt ausgiebig fotografiert hatte, hab ich mir zum Mittag erst mal´ne Kugel Eis gegönnt. Das Wetter war herrlich, die Sonne schien den ganzen Tag. Nun machte ich mich weiter auf den Weg zum Schloss Fürstenau. Dieses liegt am Stadtrand von Michelstadt. Man kann hier kostenlos den Schlosshof besichtigen.
 


In der ersten Folge der Hessischen Geschichten, "Gewußt wo" spielt Günter einen Installateur, der zu einer wohlhabenden Frau gerufen wird, um deren tropfenden Wasserhahn zu reparieren. Als Außendrehort wurde das Schloss benutzt.
Die Einfahrt in den Schlosshof.
Auf dem Bild sieht man rechts das Schloss Fürstenau selbst und links das Wohnhaus.
Das Wohnhaus vor dem Günters Installateurwagen gehalten hatte.



Ein paar Gehminuten vom Schloss entfernt gibt es noch eine alte Basilika zu bewundern, die ich mir noch kurz angesehen habe. Dann ging es wieder zurück durch die Michelstädter Altstadt und weiter an der Hauptstraße entlang bis nach Erbach. Gegen etwa 16 Uhr war ich wieder bei meinem Auto angekommen und machte mich auf den Rückweg nach Darmstadt. Ich wählte diesmal eine andere Strecke durch den Odenwald, um mir noch ein wenig die schöne Landschaft anzusehen.
Im Hotel angekommen habe ich mir erst mal meine armen Füsse betrachtet - die waren total zerlaufen. Aber nicht nur das, als ich in den Spiegel sah hat mich fast der Schlag getroffen. Ich hatte mir vom Herumlaufen in der Sonne einen mächtigen Sonnenbrand eingefangen. So krebsrot auf Stirn und Nase war ich schon lange nicht mehr.
Aber keine Zeit zum Selbstmitleid, am Abend gings wieder ab in die Darmstädter Innenstadt. Ich habe mich dort mit 4 Drombuschfans getroffen, Christof und Christof von der Drombusch-Webseite und Marco und Tobi. Die vier hatten ebenfalls den schönen Tag genutzt, um noch einige der fehlenden Drombuschdrehorte anzufahren und zu fotografieren.
Wir aßen zusammen in der "Grohe" und berichteten einander von den Abenteuern des Tages. Nach dem Essen gings dann ab zum Hotel der beiden Christofs. Dort setzten wir uns an die Bar und sahen uns einiges Material für die Drombusch- Webseite an.
Dann verabredeten wir uns für den nächsten Tag.

Am Sonntag war ich schon sehr früh wach und da es erst 12 Uhr mittags losgehen sollte, beschloss ich noch mal schnell in die Innenstadt zu fahren, um endlich meine Fotos vom Freitag zu wiederholen. Um diese frühe Uhrzeit war die Stadt noch ziemlich leer und die Biergärten verstellten mir die Motive nicht mehr.
 


Die Folge "Fett schwimmt oben" spielt direkt in Darmstadt.
Man sieht einer belebten Einkaufsstraße entlang, an deren Ende der "weiße Turm" steht, dabei handelt es sich um die Ernst-Ludwig-Straße. Sie ist heute mit Bäumen bepflanzt, so dass man den Turm nicht mehr so einfach sehen kann.
Dann schwenkt die Kamera nach rechts auf einen Bettler, der vor einem Geschäft Mundharmonika spielt. Das Geschäft ist das des Juweliers Techel. Auch heute noch steht vor dem Geschäft eine Uhr mit dem Firmennamen, die Sitzbänke sind jedoch erneuert worden.  
Dann kommt Günter ins Spiel, der den Bettler mitnimmt und zusammen mit ihm Richtung Marktplatz läuft. Im Hintergrund kann man das Eingangstor zum Darmstädter Schloss erkennen.  
Die beiden gehen dann auf das alte Rathaus zu, indem sich der Ratskeller befindet.  
Zum Ende der Episode sieht man die Beiden dann nochmal vor der Ludwigssäule, oder auch "langer Ludwig", einem Wahrzeichen der Stadt, mitten auf dem Luisenplatz.  



Die Folge "Mann tut was man kann" spielt im Maritim Hotel, gleich neben dem Darmstädter Hauptbahnhof.
Auch das Eingangsportal des Hotels ist in der Episode kurz zu sehen.



Fünf Verrückte
Christof, Ellen, Marco, Christof und Tobias

Mittags trafen wir fünf Fans uns wieder vor dem Hotel der beiden Christofs. Zusammen zogen wir dann zum Gebäude des "Darmstädter Echos". Wir machten Fotos und beschlossen langsam durch den Prinz-Emil-Garten zu ziehen in Richtung Orangerie. Das Wetter spielte wieder mit (wenn Englein reisen) und wir setzten uns in das kleine Cafe, wo die Christofs und ich schon im Juni die tolle Reise beendet hatten und wir quatschten uns nochmal so richtig aus. Dann ging es wieder zurück zu den Autos und die Jungs fuhren nach Hause.
 
Am nächsten Morgen, es war Montag, fuhr ich nach Wiesbaden rüber und ging erneut in das dortige Staatsarchiv. Ich wollte weiter nach den Theaterstücken forschen, in denen Günter in seiner Wiesbadener Zeit gespielt hatte. Bis gegen 17 Uhr saß ich also da und laß Theaterprogramme und Kritiken. Dann ging es wieder zurück nach Darmstadt.
Am Dienstag beschloss ich, schon ganz früh wieder nach Wiesbaden zu fahren und vor meiner Archivsession schon mal die Stadt zu erkunden. So war ich also schon punkt 7 Uhr in der Wiesbadener Innenstadt unterwegs.


In der Folge "Die Macht des Gesangs" sieht man Günter als Kammersänger in das Hotel Nassauer Hof gehen. Dieses liegt im Stadtzentrum von Wiesbaden.
Später tritt er dann im Kurhaus Wiesbaden auf, welches nicht weit von dem Hotel entfernt liegt.



Die Folge "Der 120. Geburtstag" wurde im Wiesbadener Kurpark gedreht. Ein sehr schöner, weitläufiger Park der zum Spazieren einlädt. Beim Kurhaus ist ein kleiner See mit Springbrunnen. Hier stand in der Folge der Würstchenwagen.
Kurz ist der Eingang der "Deutschen Klinik für Diagnostik" zu sehen.  



Nach etwa zwei Stunden war ich dann mit der Fotosession in der Wiesbadener Innenstadt fertig und habe mich wieder dem Theaterarchiv zugewendet.
 
Da ich mit meiner Arbeit recht zügig voran kam, konnte ich den Nachmittag noch dazu nutzen von Wiesbaden aus einen kleinen Abstecher nach Eltville zu machen.
 


Günter spielt in der Folge "Erna mon amour" einen Kommissar der einen Heiratsschwindler verhaftet, welcher gerade auf sein nächstes Opfer wartete. Als Drehort diente die Terrasse des Restaurants "Burg Crass", direkt am Rhein. Im Hintergrund ist der markante Turm der Kurfürstlichen Burg zu sehen.
Dieses wunderschöne alte gemauerte Tor ist unverkennbar. Man hat von der Gartenterrasse einen tollen Blick über den Rhein.  



Nach so vielen verschiedenen Eindrücken und gefundenen Drehorten war ich froh, als ich endlich in mein Hotelbett fallen konnte.
Am nächsten Morgen ging es dann leider schon wieder nach Hause.
 

 
[©Oktober 2006 und April 2007]
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